Selbstexperiment: Nicht-Ich

Aufgrund der Frage, ob es wohl möglich sei in der Sprache auf das Wort ‚Ich‘ zu verzichten habe ich mich 🙂 dazu entschlossen dieses Selbstexperiment für den Zeitraum von einer Woche durchzuführen. Diverse ‚Forschungsfragen‘ drängen sich dabei auf, denn zunächst existieren indigene Sprachen, in denen das Wort ich nicht enthalten ist. Hier liegt die These nahe, dass durch das Fehlen des Wortes ‚Ich‘ die Gemeinschaft im Denken der Mitglieder stärker im Vordergrund steht. Wie weit wird sich mein Denken und meine Weltwahrnehmung dadurch verändern?  Zudem ist das Konzept des Nicht-Ich in der buddhistischen Anatta (Pali; Skt.: Anātman) Lehre  vorhanden. Last but not least erscheint auch die selbstexperimentelle Auseinandersetzung mit der Sapir-Whorf-Hypothese interessant. Die Sapir-Whorf-Hypothese ist eine von mehreren linguistischen Hypothesen und besagt, im Groben, dass unser Denken und unsere Sprache unser Weltbild formen. Wittgenstein lässt grüßen, mehrere Epistemologen winken mit 🙂 Um das Design des Experiments konsistent zu halten wird auch auf das geschriebene ‚Ich‘ sowie auf naheliegende Umschreibungen wie ‚Meine Wenigkeit‘ etc. verzichtet. Der Einfachheit halber verzichtet der Geist der in meinem Körper wohnt 😉 nicht darauf Worte wie mein, mich, etc. zu verwenden. Das wäre die erweiterte Prämisse für ein weiterführendes Experiment. Nun denn, ich 😉 präsentiere ersten Erkenntnisse:

1. Obiges ‚der Geist der in diesem (oder meinem) Körper wohnt‘ fühlt sich als Umschreibung gut an. Erste Fragezeichen in den Gesichtern von Gesprächspartnern lösen sich nach Erörterung des Experiments auf 🙂

2. Es ist teilweise wirklich schwer alltäglich gewohnte sprachliche Konditionen konsequent zu ändern.

3. Worte wie ‚wir‘ und ‚uns‘ werden öfter verwendet.

4. Es gibt immer wieder längere Sprechpausen, da in Gedanken alternative Sätze gesucht werden.

5. Verwendet mein Geist jetzt öfter Wörter wie ‚wir‘ oder ‚uns‘ da er diese als brauchbare Strategie kennt?

6. Wie weit beeinflusst mein (marginales) Vorwissen über dieses Gebiet den Gebrauch dieser Strategie?

7. Fortsetzung folgt…

Mögen alle Wesen frei und glücklich sein.

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