Was ist Achtsamkeit?

Der Begriff Achtsamkeit wird in der buddhistischen und in der westlichen Psychologie  weitgehend ähnlich verwendet, wobei er in der westlichen Form säkularisiert ist. Das in der buddhistischen Psychologie und Philosophie verwendete Pali-Wort für Achtsamkeit ist sati was mit ‚beobachten oder richtig sehen‘, ‚einer speziellen Art von Aufmerksamkeit und der kognitiven Evaluation‘, ‚zusammen mit Aufmerksamkeit‘, etc. übersetzt werden kann. Der Begriff sati beinhaltet auch den prozesshaften Charakter der Einsichten während des achtsamen Betrachtens eines Daseinsobjekts auf verschiedene Weise und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Satipatthana bezeichnet den Weg der Achtsamkeit. Das Konzept der Achtsamkeit wurde in der buddhistischen Tradition über 2500 Jahre entwickelt und gepflegt und ist eine der wichtigsten Grundlagen der angewandten buddhistischen Psychologie und Philosophie.

In der westlichen Geistesgeschichte sind dem buddhistischen Konzept der Achtsamkeit verwandte Begriffe zu finden. So bei verschiedenen Mystikern der christlichen Ausrichtung, später auch bei verschiedenen westlichen Philosophen. Achtsamkeitspraxis wurde im Westen jedoch nicht so weit entwickelt und kultiviert wie in der buddhistischen Psychologie und Philosophie.

Im späten 19. Jh. aber vor allem im 20. Jh. hat sich im Zuge des Interesses und der Öffnung für östliche Lehren (angefangen bei C. G. Jung, Friedrich Nietzsche oder Arthur Schopenhauer) vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jhs. ein für Menschen der westlichen Geisteskultur brauchbarer Begriff von Achtsamkeit gebildet. Eine Pionierleistung ist die von John Karat-Zinn entwickelte MBSR, die heute im medizinisch-therapeutischen Bereich unhinterfragt akzeptiert ist. Besonders im Bereich der Salutogenese findet sich der Begriff Achtsamkeit wieder. Ausgehend von der MBSR wurden auch etliche Konzepte entwickelt um das Potential von Achtsamkeit im pädagogischen Bereich zu nutzen (z.B. Mind Up, Still Quiet Place, Inne Kid Program).

Die Dimensionen der Achtsamkeitspraxis:

  1. Die physische Dimension, besonders im Bereich der Salutogenese.
  2. Die psychische Dimension im therapeutischen, aber besonders im Bereich der Psychohygiene.
  3. Die ethische Dimension.
  4. Die spirituelle Dimension.

Dabei steht jedem frei, warum, in welcher Intensität, mit welchem Ziel er/sie Achtsamkeit übt und auf welche Dimension er/sie aufgrund eigener Bedürfnisse und Interessen fokussiert.

Mögen alle Wesen frei und glücklich sein.

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