Achtsamkeit und Meditation

Die Welt erscheint uns unscharf, das Gehirn konstruiert aus den Phänomenen eine scheinbar feste Realität. In der meditativen Versenkung schwingt das Gehirn über längere Zeit so hochfrequent, wie es das sonst nur in kurzen Momenten macht. Ein Effekt davon ist, dass die Phänomene die wir wahrnehmen nicht durch den Geist bewertet werden. Meditation öffnet das Bewusstsein für die Innen- und Außenwelt, die vorhandenen Schubladen und Filter werden aufgelöst und man bekommt einen direkteren Zugang zu dem was ist. Es entsteht auch das Gefühl mehr bei sich, aber auch mehr bei seinen Mitmenschen und seiner Mitwelt zu sein.

Es gibt verschiedene Formen der Meditation: Vipassana, Samadhi und Mettameditation. In der allen Meditationsformen zugrunde liegenden Achtsamkeit, nähern wir uns, wie in der Meditation auch, Schritt für Schritt dem Erwachen aus unserem alltäglichen Dämmerzustand und betrachten uns und die Welt die vorhandenen Phänomene wie sie sind. Der Geist öffnet sich so für neue Erkenntnisse und Einsichten. Achtsamkeit ist die wichtigste Grundlage aller Meditationsformen.

Im Samadhi öffnet sich der Geist, leert sich und kommt zur Ruhe. Zur Hilfestellung kann man sich dabei auf einen Gegenstand z.B. einen Buddha oder auch den Atem konzentrieren. Samadhi wird daher auch ‚einspitzige Konzentration’ genannt. Samadhi bedeutet jedoch nicht das ruhige Verweilen im Gefühl des Glücks das sich einstellen kann. Es bedeutet vielmehr aus diesem Geisteszustand heraus die Geistformationen (skandhas) unserer sechs Sinne zu kontemplieren. Die Betrachtung der Skandhas kann auch im vertieft künstlerisch-kontemplativen Zustand erfolgen. Künstlerisches tun selbst ist zumeist ein Vorgang der Versenkung, der einspitzigen Konzentration.

Vipassana bedeutet so viel wie ‚die Dinge so sehen, wie sie sind’ und wird meist als Einsichtsmeditation bezeichnet. Vipassana findet seine Anwendung in einer Kombination aus ruhigem Verweilen und analytischer Konzentration. Dabei wandelt sich das analytisch-konzeptuelle Verständnis in eine nicht-konzeptuelle Erfahrung. Oder mit den Worten von Buddha Shakyamuni:

„So wie Feuer entsteht, wenn man zwei Hölzer aneinander reibt, entsteht analytische Weisheit aus einem konzeptuellen Zustand. Und so wie das Feuer größer wird und das gesamte Holz verbrennt, so vergrößert sich analytische Weisheit und verbrennt alle Konzepte.“

Wer schließlich seinen Geist von bestehenden und vorgefertigten Konzepten befreit hat kann in freier Kreativität schaffen.

Metta ist die wichtigste Meditationsform des Mahayana. Ziel dabei ist das Entfalten von bedingungsloser, allumfassender Güte. In Metta üben wir die freundlich wohlwollende Haltung allen Wesen, eingeschlossen uns selbst, gegenüber.

Mögen alle Wesen gesund, glücklich und zufrieden sein.

In mehreren Studien wurde die positive Wirkung, auch kurzer Mettameditation, auf die Selbstwahrnehmung und Wahrnehmung anderer Menschen in sozialen Situationen und eine qualitativ hochwertigere Gestaltung der interpersonellen Beziehungen nachgewiesen. Ebenso messbar ist ein positiver Effekt auf die allgemeine gesundheitliche Konstitution der Meditierenden, der in allen Bereichen der Anwendung von Achtsamkeitsübungen und Meditation nachweisbar ist.

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