Achtsamkeit und Kreativität

Als Creative-Worker ist man oft in der Situation, dass zu kurze Deadlines, betrieblich-organisatorische Fragen, private Gedanken, unser Autopiloten-Modus etc. Körper und Geist in negativen Stress versetzen und damit das Finden kreativer Ideen und Lösungen behindern. Basis für diesen Mechanismus ist die Struktur des menschlichen Gehirns. Generell kann das menschliche Gehirn in drei große Bereiche eingeteilt werden.

Im Neocortex, dem evolutionär betrachtet jüngste Bereich, finden Funktionen wie das Entwickeln kreativer Lösungen, Visionen, Hypothesen und Strategien statt. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn auch die beiden anderen Gehirnbereiche ihren Teil dazu beitragen.

Unter dem Neocortex liegt das Limbische System. Dieses ist hauptsächlich für die Funktionen Emotionen, Motivation und Erinnerungen zuständig. Wenn wir emotional aus unserer Mitte oder gestresst sind fokussiert das Limbische System darauf und versucht den Zustand der Balance (Homöostase) wiederherzustellen. Wichtige für den kreativen Prozess benötigte Ressourcen werden dabei blockiert.

Der älteste Teil des menschlichen Gehirns ist das sogenannte Reptiliengehirn. Dieser Bereich ist vorwiegend mit unserem Überleben beschäftigt und wird besonders durch das Hormon Adrenalin aktiviert. Dieser Teil unseres Gehirns arbeitet sehr energieökonomisch und möchte sich nur mit Dingen beschäftigen, die unser Überleben gefährden. Da das Reptiliengehirn evolutionsgeschichtlich für das Überleben sehr wichtig war ist es darauf spezialisiert auf bereits kleinen Trigger, die in der modernen Lebensweise individuell oft sehr unterschiedlich sind, mit dem ihm eigenen fight or flight Modus, also mit Flucht oder Verteidigung, zu reagieren. Diese Reaktionsmodi sind oftmals inadäquat, jedoch werden bei deren Aktivierung Körper und Geist gestresst. Alles was für das Überleben nicht notwendig ist wird in diesem Modus blockiert und findet keinen Weg in den Neocortex. Negativer Stress, im privaten Leben und am Arbeitsplatz, behindert das Finden kreativer Ideen und Lösungen.

Gezielt eingesetzte Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sowie Achtsamkeitsmeditation wirkt, ergänzt durch weitere Strategien, negativen Stress auf allen Ebenen entgegen und unterstützt somit kreative Prozesse. Einige Effekte die dabei erzielt werden sind eine Verminderung der Reaktanz des Reptiliengehirns, die Förderung der Entwicklung von Resilienz und Emotionaler Intelligenz sowie die Stimulation des Neocortex. Durchgeführte Studien bestätigen in ihren Ergebnissen, dass regelmäßig Achtsamkeit und Meditation Übende nicht nur entspannter sind, sondern auch mehr und innovativere Lösungen bei Kreativitätstests finden.

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